Pfarrverband Hl. Franz von Assisi
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Pfarrverband Hl. Franz von Assisi Bergen - Erlstätt - Grabenstätt - Vachendorf Tüttenseestr. 2 83355 Grabenstätt
Eucharistie
Die Kirche feiert Eucharistie - Danksagung „Tut dies zu meinem Gedächtnis!” Alle großen Ereignisse im Leben werden mit einem Mahl begangen: Geburt, Hochzeit, Jubiläen und auch das Begräbnis eines Menschen. So wurde auch das größte Fest der Juden, das Pascha, mit einem Familienmahl gefeiert. Damals wie heute gedenken die Juden dabei der zentralen Heilstat Gottes, der Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens. Das Essen des Lammes, das Teilen ungesäuerten Brotes und das gemeinsame Trinken aus dem Segensbecher spielen bei diesem Mahl eine wichtige Rolle. Als Jesus mit seinen Jüngern das letzte Pascha-Mahl feierte, knüpfte er an diese Zeichen an. Doch er gab ihnen einen neuen Sinn: Alles, was er war, sein Leben und sein Sterben, sein Leib und sein Blut, wollte er für die Menschen geben. Die Evangelisten und der Apostel Paulus überliefern uns den Auftrag Jesu: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!” Immer wenn die Jünger sich in seinem Namen versammeln, um Gott zu loben, miteinander das Brot zu brechen und aus dem Kelch zu trinken, will er bei ihnen sein. Die Jünger haben Jesu Auftrag erfüllt. Sie haben sich vor allem am ersten Tag der Woche in seinem Namen versammelt und dabei geheimnishaft erlebt, dass der Gekreuzigte und Auferstandene mitten unter ihnen gegenwärtig wird. Seitdem hat die Gemeinschaft der Kirche niemals aufgehört, sich Sonntag für Sonntag vom Herrn zusammenrufen zu lassen, um zu tun, was er ihr aufgetragen hat. „Lasset uns danken, dem Herrn, unserm Gott.” Grundstimmung der Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn ist die Freude und die Dankbarkeit. Sie ist es so sehr, dass diese Feier von ihr den Namen bekommen hat: Eucharistie, d.h. Danksagung. Alle Gebete, Lieder, Worte, ja selbst das Schweigen in ihr sind geprägt von der Grundhaltung des Dankens. Mitte und Herzstück der Feier ist deshalb das große Lob- und Dankgebet, das eucharistische Hochgebet. In ihm preist die versammelte Gemeinschaft die Größe und die Herrlichkeit Gottes. Sie dankt Gott für die Gaben der Schöpfung, für seine Liebe und Treue zu den Menschen, und vor allem für seinen Sohn Jesus Christus. „... für euch hingegeben.” Die Mitte der Gedächtnisfeier ist die Gegenwart Jesu Christi, der sich für uns am Kreuz hingegeben hat. Durch sein Lebensopfer am Kreuz hat er die Sünde, die Entfremdung der Menschen von Gott und untereinander als Leiden auf sich genommen. Durch seine Liebe und Hingabe hat er den Menschen den Weg zur Versöhnung mit Gott und untereinander aufgetan. In den Zeichen von Brot und Wein wird die Kreuzeshingabe Jesu gegenwärtig. Dieses Opfer - so betet die Kirche - ist Gott wohlgefällig, makellos und heilig. Zugleich bittet sie, dass wir uns in die Hingabe und Liebe Jesu hineinnehmen lassen. „Zu einem Leibe vereint.” Die Grunderfahrung der Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn ist die der Gemeinschaft. Jesus Christus, der zusammenruft und gegenwärtig wird, stiftet Verbundenheit und Frieden. Das gemeinsame Beten, Singen und Schweigen, die gegenseitige Verzeihung, der Austausch des Friedensgrußes, die gemeinsame Kommunion bauen die versammelte Gemeinde auf als einen Leib in Christus. „Geheimnis des Glaubens” Alle Worte über die Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn sind bruchstückhaft, sind ein Sehen wie in einem Spiegel, ein Erahnen in Umrissen. Deshalb spricht die Kirche ehrfurchtsvoll von diesem Geheimnis. Die Eucharistiefeier ist ihre Mitte und ihre Quelle, aus der sie lebt. Der Aufbau der heiligen Messe Die Feier der Gemeindemesse hat zwei Hauptteile - den Wortgottesdienst und die Eucharistiefeier -‚ die von der Eröffnung und der Entlassung eingerahmt werden. Jeder Teil will helfen, dass die Versammelten ihr Herz zu Gott erheben. Eröffnung „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.” (Mt 18,20) Die Gemeinschaft hilft, die Gegenwart des Herrn zu erfahren. Es braucht Zeit und Aufmerksamkeit, um die Sinne zu öffnen und vor Gott hinzutreten. Dem dient die liturgische Eröffnung der Messe. Sie will in vielfältiger Weise die versammelte Gemeinschaft auf die Feier einstimmen und vorbereiten: Im gemeinsamen Kreuzzeichen bezeugen die Versammelten ihre Taufe auf den dreifaltigen Gott. In der Besinnung bekennen sie, dass sie Anlass zur Umkehr haben. Im Kyrieruf und im Gloria preisen sie Gott, der ihnen seine Liebe schenkt. Das Tagesgebet schließt die Eröffnung ab. Wortgottesdienst „Lebendig ist das Wort Gottes.” (Hebr 4,12) Der erste Hauptteil der heiligen Messe ist der Wortgottesdienst. In den Lesungen spricht Gott zu seinem Volk. Jesus Christus ist in seinem Wort inmitten der Gläubigen gegenwärtig. Das Wort Gottes im Alten Testament führt uns zu Jesus Christus; er hat selbst daraus gelebt. Die Schriften der Apostel geben Zeugnis von Menschen, die die Botschaft von Jesus Christus hörten und danach lebten. Im Evangelium spricht Jesus Christus selbst zu uns, er wird gegenwärtig durch seine Worte und Taten. Wer Jesu Wort in sich einlässt, erfährt seine verwandelnde Kraft. Er fühlt sich gedrängt, darauf zu antworten. Die Antwort der ganzen Gemeinde kommt in den Gesängen nach den Lesungen, im Zeugnis dessen, der predigt, im gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens und im Fürbittgebet zum Ausdruck. Eucharistiefeier „In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken.” (Präfation) Der zweite Hauptteil der heiligen Messe ist die Eucharistiefeier. Eucharistie heißt Danksagung. Alle Gebete, Lieder und Gesten dieses Teiles sind geprägt von der Grundhaltung des Lobpreises und des Dankes: In der Gabenbereitung werden Brot und Wein, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, Anlass, Gott zu preisen. Denn Jesus Christus hat sie zu Zeichen seiner leibhaften Gegenwart erwählt. Im großen Dankgebet (Eucharistisches Hochgebet) preist die versammelte Gemeinschaft die Großtaten Gottes: Er ist der Schöpfer. Er hat seinen Sohn gesandt und für uns dahin gegeben - bis in den Tod am Kreuz. Er hat ihn von den Toten erweckt. Er hat den Heiligen Geist gesandt und durch ihn die Gemeinschaft der Gläubigen, die Kirche, begründet. Diese Liebe Gottes hat ihre Mitte gefunden im Tun Jesu beim letzten Abendmahl, in dem er sich selbst als Brot des Lebens und als Kelch des Heiles dargeboten hat. Diese Liebe Gottes preist und bekräftigt die Gemeinde am Ende des Eucharistischen Hochgebetes durch ihr Amen. In der heiligen Kommunion findet die Eucharistiefeier ihre Vollendung: Die Versammelten empfangen - entsprechend bereitet und durch das Vaterunser und den Friedensgruß eingestimmt - den Leib (und das Blut) Christi. Sie erleben so dankbar die Gemeinschaft, die Gott stiftet. Entlassung „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.” (Mt 28,19) Die verwandelnde Kraft der Nähe und Liebe Gottes soll sich auswirken. Die Versammelten werden gesandt, Versöhnung und Liebe im Alltag zu leben. Dazu empfangen sie den Segen Gottes. „Was habe ich davon?” - Ein Gemeindepfarrer erzählt Unser Leben ist entscheidend geprägt von dem, was wir tun und von dem, was wir erfahren. Das gilt für Arbeit und Freizeit, für den Werktag und für den Sonntag. Es gilt in der Familie wie im Freundeskreis, im Miteinander wie in der Auseinandersetzung mit anderen. Es gilt für unser Menschsein und für unser Christsein. Nicht selten fragen wir uns dann: „Was bringt mir das?”, „Was habe ich davon?” Aber können wir unser Tun und unsere Erfahrungen so kurzfristig abrechnen, wie es diese Fragen andeuten? Kann man im Leben alles von einem Augenblick zum anderen abrechnen? Das Leben ist kein Sammelband von Abrechnungen. Es ist ein Weg zu einem Ziel. Gott selber, unsere Lebensgemeinschaft mit ihm, ist dieses Ziel. Wenn wir unseren Lebensweg als Christen zu gehen versuchen, werden wir auch Glaubenserfahrungen sammeln. Sie werden sich auf unser Leben auswirken, werden es prägen, aber nicht einfach von heute auf morgen. Im Laufe der Zeit werden uns diese Erfahrungen tragen, immer mehr tragen. Ich kann nicht nach dem Ende eines mitgefeierten Gottesdienstes am Kirchenportal fragen: „Was habe ich jetzt davon?” Aber wenn die Mitfeier des Gottesdienstes zu einer festen Größe in meinem Leben geworden ist, dann werde ich erfahren, welche prägenden Kräfte von ihm ausgehen und in mein Leben einwirken. Mir persönlich ist es immer wieder eine unverzichtbare Erfahrung, in der Eucharistiefeier der Gemeinde die Wahrheit des Herrenwortes zu erleben: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.” (Mt 18, 20) Nach jahrzehntelanger Erfahrung muss ich sagen: „Hier ist die Quelle meines Optimismus.” Das schlimme Fehlen dieser Erfahrung hat mir vor einiger Zeit ein Kind bestätigt: „Immer wenn bei uns in der Kirche ein Fest ist, müssen wir wegfahren.” „Ich brauche das Wort Gottes, denn damit muss ich wieder eine ganze Woche leben”, bekennt ein Mensch, für den ein Sonntag ohne Gottesdienst kein Sonntag ist. Nur das stetige Hinhören auf dieses Wort schenkt uns die Erfahrung, dass der Mensch auch von jedem Wort aus Gottes Mund lebt (vgl. Mt 4,4). Es ist nicht unser unabwendbares Schicksal, orientierungslos durch die Welt taumeln zu müssen. Es sind nicht wenige Menschen, die bezeugen, dass sie das Wort Gottes nötig haben, um zu sich selber zu finden. Über Gott zu sich kommen, das ist nicht ein Augenblick, sondern ein Weg. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir.” Die Feier der Eucharistie ist auch die Feier unserer eigenen Zukunft: „Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.” (Joh 6, 58) In einer von großer Zukunftsangst geprägten Zeit stellt uns die Mitfeier des Gottesdienstes auf ein Fundament der Hoffnung. In mir kann eine Gelassenheit aus dem Glauben wachsen, die mich mit Zuversicht leben lässt. „Die Mitfeier des Gottesdienstes stimmt mich versöhnlich”, sagte mir ein Mann, den ich fragte, warum er zum Gottesdienst komme. - „Der Friede sei allezeit mit euch”, sagt der Priester. Das ist kein leeres Versprechen. Denn Jesus Christus hat Frieden gestiftet zwischen Gott und den Menschen. Sein Sterben am Kreuz hat uns mit Gott versöhnt. Aus der Feier der Eucharistie wachsen uns entscheidende Kräfte zu. Aber in diese Feier müssen wir uns einbringen, sonst können wir diese Erfahrung nicht machen. Anmerkung: Der vorliegende Text wurde auszugsweise dem Heft „Eucharistie, Erstkommunion” entnommen, herausgegeben vom Erzbischöflichen Seelsorgereferat München, Rochusstraße 5-7, 80333 München.
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